08.09.2021
Friseur einrichten: So wird Ihr Salon zum Kundenmagnet
Was unterscheidet einen erfolgreichen Friseursalon von einem, der um Kunden kämpfen muss? Ein durchgehendes Konzept. Häufig ist es so, dass Spiegel bestellt werden, Stühle gekauft, Farbe gestrichen wird. Und dann stellt sich heraus, dass die Laufwege zu eng sind, das Licht die Haarfarben verfälscht und der Wartebereich viel zu klein ausfällt. Hier fühlt sich kein Kunde wohl und geht beim nächsten Mal zur Konkurrenz.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie zuerst den Salontypen klären, dann die Raumlogik planen und schlussendlich stilvoll einrichten. Damit Kunden Ihren Salon lieben werden!
Das Wichtigste in Kürze
- Salontyp bestimmt Einrichtung: Kleinsalon, Premium-Salon und Barbershop haben grundlegend unterschiedliche Anforderungen.
- Raumlogik vor Möbelkauf: Empfang, Wartebereich, Frisierplätze, Waschbereich und Backoffice sind unterschiedlich aufgebaut.
- Spiegelposition, Licht und Bewegungsfreiheit sind die drei entscheidenden Arbeitsplatz-Parameter.
- Visuelle Führung durch den Raum ist Planungsaufgabe.
- Materialwahl muss Alltagsbelastung und Designanspruch gleichzeitig erfüllen.
Kernfrage zuerst: Welchen Salon wollen Sie einrichten?
Bevor Sie Entscheidungen über Möbel, Farben oder Deko treffen, steht diese Kernfrage im Raum. Die Antwort bestimmt fast alles andere.
Kleinsalon
Wenige Arbeitsplätze, Einzelbetrieb oder kleines Team. Hier zählt jeder Zentimeter. Multifunktionalität ist Pflicht. Der Empfangsbereich ist in der Regel direkt mit dem ersten Frisierplatz kombiniert, der Wartebereich fällt kompakt aus. Was hier nicht perfekt geplant ist, stört täglich.
Prioritäten: Maximale Raumausnutzung, integrierte Stauraumlösungen, klare Laufwege trotz wenig Platz, Möbel, die mehrere Funktionen übernehmen können.
Premium-Salon
Atmosphäre und Markenerlebnis stehen hier klar im Vordergrund. Kunden zahlen mehr und erwarten, dass sie sich rundum wohlfühlen. Hochwertige Materialien, durchgängiges Designkonzept, großzügige Platzverhältnisse zwischen den Frisierplätzen.
Prioritäten: Konsistentes Designkonzept von der Eingangstür bis zum letzten Regal, individuelle Lichtkonzepte, Materialien, die nach Jahren noch hochwertig wirken, im besten Fall separate Bereiche für längere Behandlungen.
Barbershop
Eigene Ästhetik, eigene Kundschaft. Der Barbershop lebt von Atmosphäre und Ritualgefühl: Das Rasieren und Pflegen ist Performance. Industrial oder Modern Retro: Der Stil muss konsequent durchgezogen werden.
Prioritäten: Starkes visuelles Konzept, klassische Barber-Stühle als Ankermöbel, Regalpräsentation von Pflege- und Bartprodukten als Deko-Element, Atmosphäre, die Männer zum Verweilen einlädt.
Raumlogik: Fünf Zonen, fünf Anforderungen
Zone 1: Empfang
Erste Kontaktzone und Visitenkarte zugleich. Hier entscheidet sich bereits in Sekunden, ob ein neuer Kunde sich willkommen fühlt.
Was hierher gehört:
- Empfangstheke klar sichtbar vom Eingang und leicht zugänglich
- Ausreichend Arbeitsfläche für Terminbuch/PC, Kassensystem und Produktpräsentation
- Stauraum unterhalb der Theke, nicht darüber
- Garderobe in Eingangsnähe, aber nicht im Weg
- Visuelle Führung: Vom Eingang muss der Blick sofort zum Empfang gelenkt werden. Ein klarer Sichtpunkt (markanter Spiegel, Rezeptionstheke, Lichtakzent) übernimmt diese Aufgabe.
Zone 2: Wartebereich
Nicht unterschätzen: Kunden, die im Wartebereich sitzen, beobachten und bewerten.
Was hierher gehört:
- Sitzgelegenheiten mit echtem Komfort: gepolsterte Stühle oder eine gemütliche Bank
- Kein Durchgangsbereich – wer wartet, sollte nicht im Weg sitzen
- Sichtlinie zu den Frisierplätzen (schafft Vorfreude) oder bewusst abgetrennt (schafft Ruhe)
- Produktpräsentation als Wartezeit-Beschäftigung anbieten
Zone 3: Frisierplätze
Der wichtigste Bereich beim Friseur ist der Bedienplatz, der leider am häufigsten falsch geplant wird.
- Spiegelposition: Der Spiegel ist der visuelle Anker des Arbeitsplatzes. Er sollte groß genug sein, um Frisur und Gesamteindruck zu zeigen, und so positioniert sein, dass natürliches Licht nicht direkt von vorne einfällt (Blendung). Ideal ist seitliches Tageslicht.
- Licht am Bedienplatz: Zwei Anforderungen gleichzeitig: Das Arbeitslicht muss Haarfarben korrekt wiedergeben (CRI > 90, neutralweiß bis tageslichtnah), das Raumlicht darf schmeichelhaft sein. Beides mit derselben Leuchte zu lösen, funktioniert nicht.
- Bewegungsfreiheit: Pro Frisierplatz mindestens 1,50 m Breite, damit das Team rund um den Stuhl arbeiten kann, ohne Kollegen zu stören oder Kunden zu berühren.
- Stauraum: Arbeitswagen direkt neben dem Bedienplatz, nicht dahinter. Was häufig genutzt wird (Scheren, Kämme, Produkte), muss ohne Umweg greifbar sein.
Zone 4: Waschbereich
Sehr häufig in eine Ecke geplant, was schade ist. Denn für viele Kunden ist die Haarwäsche das intensivste Sinneserlebnis des Besuchs.
Was hierher gehört:
- Waschtische mit echtem Liegekomfort und Nackenstütze
- Ausreichend Abstand zwischen den Stationen für Privatsphäre
- Warmweißes, gedimmtes Licht – dieser Bereich soll bewusst entspannen
- Direkte Verbindung zu den Frisierplätzen; kurze Wege nach dem Waschen
Zone 5: Backoffice & Lager
Unsichtbar für den Kunden, aber täglich wichtig für das Team.
Was hierher gehört:
- Lager für Produkte, Handtücher, Verbrauchsmaterial
- Kleiner Pausenbereich für das Team
- Wäsche (benutzte Handtücher) klar von sauberer Wäsche getrennt
- Technische Anschlüsse (Warmwasser, Strom) ausreichend eingeplant
Arbeitsplatz-Optimierung macht im Alltag den Unterschied
Friseure und Friseurinnen verbringen täglich sechs bis acht Stunden stehend, mit gehobenen Armen, in leichter Vorwärtsneigung. Was das langfristig bedeutet, wissen die meisten aus eigener Erfahrung. Die Einrichtung kann diesen Belastungen entgegenwirken.
- Sitzhöhe des Frisierstuhls: Kunden sollten so sitzen, dass das Personal ohne Verrenkungen arbeiten kann. Höhenverstellbare Stühle sind hierbei die Ergonomie-Grundlage.
- Rollhocker: Für Detailarbeiten, Bartpflege oder Färbeprozesse sollte ein ergonomischer Rollhocker selbstverständlich sein.
- Arbeitswagen: Häufig genutztes Werkzeug gehört auf Arbeitshöhe. Aufgeräumte Schubladen mit klarer Struktur sparen im Laufe eines Tages hunderte unnötige Griffbewegungen.
- Bodenbelag: Wird häufig vergessen, ist aber für stehendes Personal entscheidend. Anti-Ermüdungsmatten an Frisierplätzen sind eine einfache, wirksame Maßnahme.
Visuelle Führung: Wie der Raum Kunden leitet
Ein gut eingerichteter Salon leitet seine Besucher, ohne dass jemand etwas erklären muss. Diese visuelle Führung entsteht durch:
- Blickachsen: Was sieht Ihr Gast beim Betreten zuerst? Das sollte bewusst geplant sein. Ein markanter Spiegel, die Rezeption, ein Lichtakzent. Und hoffentlich nicht den Putzschrank.
- Zonen-Trennung: Unterschiedliche Bereiche dürfen sich visuell unterscheiden. Wartebereich wärmer und ruhiger, Frisierplätze heller und klarer. Das schafft Orientierung.
- Produktpräsentation: Regale mit Salonprodukten sind Umsatzfläche und Deko zugleich. Wenn Sie sie ins Raumkonzept integrieren, statt einfach dazuzustellen, nutzen Sie beide Potenziale.
- Spiegelwirkung: Strategisch platzierte Spiegel vergrößern den Raum optisch, reflektieren Licht und schaffen Tiefe. Spiegel sind daher in kleinen Salons besonders praktisch.
Atmosphäre: Wählen Sie einen Stil, der zur Zielgruppe passt
- Farbe: Helle Töne (Creme, Beige, Weiß) sind die sicherste Basis. Sie wirken freundlich, lassen Farbakzente zur Geltung kommen und machen kleine Räume größer. Kräftigere Töne als Akzentfarbe an einer Wand sind ein Blickfang. Im Barbershop dürfen es auch dunkle Töne sein: Dunkelgrün, Anthrazit oder Bordeaux verstärken das Retro-Feeling.
- Materialien: Pflegeleicht und hochwertig wirkend ist die Anforderung. Kunstleder für Polster, Edelstahl oder pulverbeschichtetes Metall für Gestelle, MDF mit widerstandsfähiger Beschichtung für Arbeitsflächen.
- Details: Pflanzen, kuratierte Produktregale, ein guter Duft. Diese Details kosten wenig und erzeugen eine ansprechende Atmosphäre. Sie machen den Unterschied zwischen einem Salon, den Kunden als nett beschreiben, und einem, den sie weiterempfehlen.
Objekt-m: Finden Sie die passenden Möbel für Ihren Friseursalon
Friseursalon-Möbel müssen täglich einiges aushalten. Was dabei gut aussieht, aber nicht hält, war keine gelungene Investition.
Objekt-m ist Ihr Online Shop für eine professionelle Einrichtung! Wir liefern Möbel, die im Alltag funktional und gleichzeitig optisch ein Highlight sind. Mit eigener Polsterei und der Möglichkeit, Bezug, Oberfläche und Maß auf Ihr Salonkonzept abzustimmen, liefert Ihnen Objekt-m eine große Auswahl an individualisierbaren Möbeln für Ihren Salon. Vom Wartebereichsstuhl bis zur Deko.
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Häufig gestellte Fragen zur Friseur-Einrichtung
Als Richtwert gilt eine Breite von mindestens 1,50 m pro Arbeitsplatz; damit das Personal rund um den Stuhl arbeiten kann, ohne benachbarte Plätze zu stören. In der Tiefe sollten mindestens 1,80 m eingeplant sein, damit Stuhl, Arbeitswagen und Laufweg nebeneinander funktionieren.
Neutralweißes bis tageslichtnahes Licht mit einem CRI-Wert über 90 ist am Arbeitsplatz Pflicht. Nur so lassen sich Haarfarben korrekt beurteilen. Im Wartebereich und Empfang darf das Licht wärmer und stimmungsvoller sein. Dimmbarkeit ist in beiden Bereichen ein sinnvolles Investment, das sich in der Kundenwahrnehmung direkt auszahlt.
Produktregale sollten im Sichtfeld der Kunden stehen. Am besten auf dem Weg vom Frisierplatz zur Kasse, damit der Abschluss ein natürlicher Kaufmoment wird. Weniger ist mehr: Überfüllte Regale wirken wie ein Lager, kuratierte Präsentationen wirken wie ein Konzept.
Multifunktionale Möbel sind der Schlüssel: Empfangstheke mit integriertem Stauraum, Arbeitswagen, die gleichzeitig als Raumteiler fungieren, Wandregale statt Standregale. Große Spiegel vergrößern den Raum optisch. Wichtig: Laufwege immer zuerst planen!